Unterschriften für GPA work@flex Kärnten – IG der atypisch Beschäftigten

Februar 6, 2010 von Andreas Exner

“Hast du einen freien Dienstvertrag? Arbeitest du mit Werkverträgen? Hast du einen Gewerbeschein, aber keine eigenen Angestellten? Dann bist du bei work@flex genau richtig.”

schreibt die Interessensgemeinschaft der GPA, in der sich atypisch Beschäftigte organisieren, auf ihrer Website.

work@flex ist für Erwerbslose, Studierende, Werkvertragsnehmer_innen, Teilzeitbeschäftigte und ganz allgemein für Menschen mit unregelmäßigen, atypischen Erwerbsbiografien da.

work@flex gibt es in Kärnten noch nicht. Für die Gründung einer Landesgruppe werden noch Unterschriften benötigt!

Der Beitritt zu work@flex erfolgt über diesen Link.

KriSU-AG “Kartierung Solidarischer Ökonomie”

Januar 25, 2010 von Andreas Exner

Link hier

Am Freitag, 15.1., nahmen sich rund 10 Leute der KriSU einige Stunden Zeit, um sich intensiv über das KriSU-Projekt “Kartierung Solidarischer Ökonomie” zu unterhalten. Die Klausur vom 5. und 6.1. hatte den Grundstein gelegt. Der Workshop konkretisierte die Debatte.

Als Solidarische Ökonomie werden dabei Projekte verstanden, die (1) auf Selbstverwaltung und Kooperation beruhen, (2) eine Bedarfs- anstatt einer Profitorientierung aufweisen und (3) zum Lebensunterhalt der Beteiligten beitragen. Solidarische Ökonomie will eine Alternative zum Kapitalismus bieten, die in Ansätzen bereits existiert. Zuerst diskutierten wir verschiedene Projekte zur Projekte im Bereich Solidarökonomie, Open Mapping und Freeconomy:

Datensammlungen / Mappings / Ressourcenpools

http://www.kmfn.de/rnf/

http://geldlos.at/angebote_liste.php

http://spreadsheets.google.com/ ccc?key=0AiJ9wl9qbZEzdGRYY2YzRlhHemVMT3ZFd1otSHp0anc&hl=en

Definitionsversuche, Taxonomien Solidarischer Ökonomie

http://en.solecopedia.org/index.php?title=Solidarity_economy

http://www.keimform.de/2010/01/11/commons-in-a-taxonomy-of-goods/

http://www.mindmeister.com/28717702/everything-open-and-free

openstreetmap

http://www.openstreetmap.org/

http://www.opencyclemap.org/

http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Map_Features

Netzwerke

http://www.wiserearth.org/

http://factorefarm.org/

Keines der bestehenden Tools schien uns unmittelbar für unsere Ansprüche geeignet. Als vorbildhaft wurde das Konzept des openstreetmapping bewertet. Dabei erarbeiten die user_innen in einem transparenten und offenen Prozess eine emergente Klassifikation der “Objekte” (in diesem Fall: von Straßen etc.). Niemand legt vorher fest, welche Kategorisierungen getroffen werden. Das System arbeitet mit “tags”, die aus einem “key” (Hauptkategorie) und einem “value” (Unterkategorie) bestehen. Objekte werden verortet und mit einem tag versehen = “kartiert”. Ein solcher Zugang folgt der Logik vernetzten, geflechtartigen Denkens. Das Ergebnis ist im Fall von openstreetmap eine praktisch außerordentlich brauchbare Karte.

Anschließend erstellte jede/jeder für sich mit Zettel und Schreibstift eine “Mind Map” des “Solidarökonomischen Wien”: Was würden wir kartieren? Wie würden wir tags vergeben? Es zeigte sich, dass manche eine ganze Fülle verschiedener Ressourcen als “Kartierungsgegenstände” definierten (z.B. Gratisbadeplätze, Dumpstermöglichkeiten; Hausflure, die mit dem Z-Schlüssel zugänglich sind,Fruchtsträucher etc.) andere sich eher auf solidarökonomische Projekte im engen Sinn k onzentrierten (ida, EKH, Amerlingbeisl etc.). Wieder andere betonten die hybriden Formen von Ökonomien, wozu neben den besetzten Hörsälen auch das “Wohlwollen” staatlicher Stellen etc. gezählt wurde. Es wurde mehrfach betont, dass die im Kapitalismus unsichtbar gemachten Tätigkeiten und V erhaltensweisen – die unbezahlte Hausarbeit, Care Tätigkeiten, die Familie – genauso wichtig sind wie die sichtbaren Projekte Solidarischer Ökonomie. Schließlich wurden auch die kapitalistisch organisierten und verwalteteten Produktionsmittel und Infrastrukturen als interessante Kartierungsgegenstände genannt: “Produktionsmittel, die wir haben wollen bzw. brauchen” – mitsamt der Frage, welche kapitalistischen Betriebe z.B. für eine Besetzung geeignet wären und welche man stilllegen muss; welche davon für eine Lokale Ökonomie essenziell sind; woher sie ihre Ressourcen beziehen und wie man ihren Stoff-Fluss lokal schließen könnte.

Damit im Zusammenhang wurde auch der Sinn und die Motivation der “Kartierung” diskutiert. Zentrales Ziel, so wurde betont, besteht im Aufbau von Strukturen, die eine Alternative zum Kapitalismus bieten können. Dabei müssen neue Formen von Beziehungen und Stoff-Flüssen außerhalb von Markt und Staat entwickelt werden. Es geht um “solidarökonomische Produktionsketten”. Die Kartierung Solidarischer Ökonomie wird folglich nur ein Teilgebiet des Projekts sein. Eine Erhebung solidarökonomischer Projekte nach brasilianischem und hessischem Vorbild mittels Fragebögen wird durch das Projekt keineswegs ausgeschlossen, ist aber vorerst nicht Gegenstand der AG.

Als “Titel” des Projekts wurden versuchsweise vorgeschlagen: “Vivir bien” sowie “Ressourcen für ein nicht-kapitalistisches Leben” (Ressourcen umfassend verstanden: inkl. Verhaltensweisen, nicht-kapitalistische Momente in kapitalistischen Strukturen, natürliche und kulturelle Ressourcen, solidarökonomische Projekte etc.). Der nächste Schritt besteht im Aufsetzen eines Wiki, in dem erste Versuche mit der Erfassung von “Ressourcen für ein nicht-kapitalistisches Leben” gestartet, mit tags experimentiert und eventuell erste Karten erstellt werden. Die AG ist für alle Interessierte offen, wird aber bis zur Fertigstellung eines Prototyps geschlossen arbeiten. Wer in die Email-Liste der AG will, bitte Mail an krisu@riseup.net Verbreitung der Online-Petition nach wie vor erbeten: http://www.petitiononline.com/KriSU09/petition.html

Demo, 28.1., 16.00, Klagenfurt: “Gemma für 90.000 Menschen in Kärnten” – Grüne/UG unterstützen

Januar 25, 2010 von Andreas Exner

Gemma fuer 90.000 Menschen in Kaernten Demonstration im „Europaeischen Jahr der Armutsbekaempfung“ gegen Armut und soziale Ausgrenzung

Donnerstag, 28.01.2010 um 16:00 Uhr
im Landhaushof in Klagenfurt

Die Zahl von Arbeitsplaetzen mit geringer Arbeitsplatzsicherheit, niedrigem Lohn, Teilzeitbeschaeftigung, befristeten Vertraegen und mangelndem Kuendigungsschutz nimmt stetig zu. Immer mehr Menschen geraten trotz Erwerbstaetigkeit in die Armutsfalle. Dazu kommen ueberdurchschnittlich viele Arbeitslose. Rund 90.000(!) Menschen in Kaernten koennen sich selbst das Noetigste wie Miete, Lebensmittel oder Kleidung kaum oder gar nicht mehr leisten. Ungeachtet dessen werden jetzt auch noch wichtige Sozialleistungen wie die Arbeitnehmerfoerderung oder die Mindestsicherung drastisch gekuerzt! Angesichts dieser dramatischen Situation kaempfen das Kaerntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung und seine Mitgliedsorganisationen sowie viele andere Organisationen / Initiativen:
gegen Sozialabbau und soziale Kaelte
gegen die Kuerzung der Arbeitnehmerfoerderung in Kaernten
fuer eine gerechte und bedarfsorientierte Mindestsicherung
fuer ein menschenwuerdiges Chancengleichheitsgesetz
fuer die Umsetzung der UN-Konvention fuer Menschenrechte
Zusatzinformationen, Datei zum Herunterladen und Weiterverteilen etc. siehe www.kaernoel.at

Traeger der Demonstration (Stand:25.1.2010): Kaerntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung, in Kooperation mit ATTAC-Kaernten, AK-Kaernten, BMKz – Beratungs-, Mobilitaets- und Kompetenzzentrum, Caritas, Contrapunkt – soziale Betriebe GmbH, Diakonie Kaernten, Gleichstellungsbeirat Klagenfurt, Gruene und Unabhaengige GewerkschafterInnen Kaernten, IfEB – Anteilung fuer Sozial- und Integrationspaedagogik an der Alpen-Adria-Universitaet Klagenfurt, Katholische Aktion der Dioezese Gurk, Konsequente Interessensvertretung Villach, KPOe, MK-Mensch und Kultur, OeH-Klagenfurt, OeIE-Kaernten / Buendnis fuer Eine Welt, Oesterreichisches Rotes Kreuz – Kaernten, Plattform Migration Villach, SJG , SPOe-Kaernten, Verein Impulse, Verein Recht statt Almosen, VOBIS, Volkshilfe Kaernten.

Dokumentation: Grüne/UG-Tagung “Wege aus der Krise”

Januar 4, 2010 von Andreas Exner

Die Grüne/UG veranstaltete zusammen mit der ASO Ljubljana und dem ÖIE Kärnten sowie einer Reihe anderer Organisationen am 3.10. in Klagenfurt eine Tagung zum Thema “Wege aus der Krise”.

Rund 80 Besucher_innen nahmen teil. Auch inhaltlich war die Tagung ein schöner Erfolg: kontroverse Positionen wurden diskutiert, unterschiedliche Lösungswege und ihre Gemeinsamkeiten und Differenzen sichtbar gemacht.

Hier gibt es nun die Dokumentation zum Download. Fast alle Beiträger_innen stellten Texte zur Verfügung. Sie wurden entweder eigens für die Tagung verfasst oder decken inhaltlich den Umfang des Inputs ab.

Das Tagungsprogramm ist in der Letztversion hier einsehbar.

Die Dokumentation umfasst folgende Beiträger_innen in alphabetischer Reihenfolge:

* Eva Angerler, GPA: “Forderungen an die österreichische Politik. Wirksame Rahmenbedingungen für die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen”

* Markus Auinger, Paolo Freire Zentrum: “Solidarity Economy – Emancipatory Social Change or Self-Help. Passive Revolution and the Context of State and Civil Society”

* Prof. Ulrich Brand, Uni Wien: “Es wird nichts mehr, wie es einmal war”

* Andreas Exner, Grüne/UG: “Soziale Sicherheit und die globale Krise”

* Albrecht Grießhammer, Grüne Wirtschaft: “Perspektiven zur Energiekrise”

* Milenko Gudic, Bled School of Management: “Global Challenges and the Role of Business Education and Leadership Development”

* Prof. Josef Hochgerner, ZSI Wien: “Soziale Innovation in Zeiten der Krise. Krise – Alternativen – Innovation”

* Prof. Larissa Krainer, Uni Klagenfurt: “Wege aus der Krise?”

* Prof. Clarita Müller-Plantenberg, Uni Kassel: “Solidarische Ökonomie als Dach für Alternativen”

* Dirk Raith, Uni Graz: “Corporate Social Responsibility als Weg aus der Krise? Eine alte Geschichte oder der Bock als Gärtner”

* Walther Schütz, ÖIE Kärnten, Armutsnetzwerk Kärnten: “Sozialökonomische Betriebe”

* Peter Ulrich Lehner, “Mitbestimmung”: “Wege aus der Krise. Einige grundsätzliche Anmerkungen”

Anm.: Prof. Ulrich Brand war aufgrund einer Erkrankung verhindert. Stattdessen gab Andreas Exner einen Spontaninput zur sozial-ökologischen Krise und den Rahmenbedingungen von Lösungswegen als Einleitung der Tagung.

Die Tagungsbeiträge sind (fast alle) hier abrufbar

Broschüre “Jenseits von Humboldt” erschienen

Januar 4, 2010 von Andreas Exner

Die Studierendenproteste sind für den Moment abgeflaut. Die Aktivitäten gehen aber weiter. Für 11. und 12. März ist ein Gegengipfel zu den “Bologna-Feierlichkeiten” in Wien geplant. Blockaden, Gegenveranstaltungen und Workshops werden organisiert. Die Grüne/UG ist in die bundesländerübergreifenden Aktivitäten involviert.

Jetzt ist die bildungskritische Broschüre “Jenseits von Humboldt” unter Mitarbeit von Grüne/UG-AK-Rat A.Exner und U.Isop (die für die Grüne/UG im AK-Wahlkampf kandidierte) erschienen. Sie ist das erste Produkt der “Kritischen & Solidarischen Universität – KriSU” und ihres Umfelds. Die AUGE/UG unterstützt die Herausgabe (durch die antikapitalistische Plattform “Massenuni”) finanziell.

INHALT

Broschüre, 90 Seiten A4, Leimbindung, Auflage 500-700 Stück

Plattform MASSENUNI (Hg.): “Jenseits von Humboldt. Von der Kritik der Universität zur globalen Solidarischen Ökonomie des Wissens Workshop, Dokumentation & theoretische Hintergründe – eine Textsammlung”

Spende: mindestens 4,- Euro

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort & Aufruftext zum Workshop.

KAPITEL 1: WORKSHOP-INPUTS „Von der Unikritik zur solidarischen Ökonomie der Bildung“

Markus Schallhas: Welche Uni? Zugang zum und Unabhängigkeit vom herrschenden System.

Markus Schallhas: Was ist „Verschulung“?

Petra Ziegler: Ökonomisierung der Bildung & Krise

Martin Birkner: Do you remember Wissensfabrik?, oder: Warum auch 2009 die Universität zerschlagen werden muss

Brigitte Kratzwald: Für eine solidarische Universität in einer solidarischen Gesellschaft

Franz Nahrada: Dogmatischer Pluralismus – zum Zustand der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften

Petra Neuhold & Paul Scheibelhofer: Antirassistische Perspektiven auf den Bologna Prozess und die Uniproteste

KAPITEL 2: TEXTE DER UNIVERSITÄREN PROTESTBEWEGUNG 2009

Statement gesamtgesellschaftliche Einbettung und Forderungen

AG Emanzipative Uni: AG Emanzipative Uni

Stellungnahme der Lehrenden- und Forschendenversammlung an österreichischen Bildungseinrichtungenzum
Internationalen Bildungsaktionstag am 17.11.2009 + Forderungskatalog

Aufruf zur Kritischen und Solidarischen Universität

Robert Foltin: Bewegungen der Studierenden in Österreich

Andrea Benino: Die perfekte Welle … … reißt den G8 der Universitäten fort

Elsa Dorlin: Die Sorbonne gegen die Zentauren

KAPITEL 3: THEORETISCHE HINTERGRÜNDE: VON DER KRITIK DER BILDUNG ZUR
SOLIDARISCHEN ÖKONOMIE

Erich Ribolits: Bildung – Kampfbegriff oder Pathosformel?

George Caffentzis & Silvia Federici: Anmerkungen zur edu-factory und zum kognitiven Kapitalismus

André Gorz: Welches wissen? Welche Gesellschaft?

Utta Isop: Emanzipatorische betroffenenkontrollierte Forschung aus feministischer und geschlechterkritischer Perspektive

Eva Egermann / Frigga Haug (Interview): Kollektives Widerstandslernen organisieren!

Paul Singer: Universitäten und die “Solidarische Ökonomie” – Was von Brasilien zu lernen ist

Philip Taucher: Freie Bildung in Widersprüchen denken

Ziele und Organisation der Kritischen Universität (Berlin 1967)

Hier auch zum Online-Download verfügbar: Link

Grüne/UG = AUGE/UG in Kärnten: Website neu

Januar 2, 2010 von Andreas Exner

Die Grüne/UG hat ihre Website nun auf die Website der AUGE/UG, deren Landesorganisation wir in Kärnten sind, verlagert. Die URL zum Link der Kärntner Landeswebsite wird noch vereinfacht werden.

Die AUGE/UG tritt für eine Alternative zum Kapitalismus ein. Sie ist ökologisch ausgerichtet, arbeitet unabhängig von Parteien und zielt auf eine Demokratisierung der Gewerkschaften. Die AUGE/UG lehnt die sozialpartnerschaftliche Stellvertreter_innenpolitik ab. Sie setzt sich für eine umfassende Anti-Diskriminierung ein. Ihre Arbeitsweise ist offen und partizipativ im Rahmen dieser Grundsätze.

Aus dem Programm der AUGE/UG (Grüne/UG):

“Als Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen haben wir die reale Verfasstheit der österreichischen Gewerkschaftsbewegung stets kritisiert. Und wir kritisieren sie weiterhin. Als Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen haben wir uns allerdings stets als Teil der Österreichischen Gewerkschaftsbewegung verstanden und kämpfen für Reformen in den Gewerkschaften und eine Neuausrichtung gewerkschaftlicher Politik.

Unser Name ist dabei Programm:

Wir sind alternativ, weil wir nach wie vor der Meinung sind, dass es Alternativen zum kapitalistischen System braucht und eine solidarische, demokratische und ökologische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung jenseits von Ausbeutung von Mensch und Natur möglich ist. Und gerade die schwerwiegende Krise des kapitalistischen Systems bestätigt uns einmal mehr darin, dass die Suche und das Aufzeigen von Alternativen aktueller und notwendiger denn je ist. Wir sind in diesem Sinne eine gewerkschaftliche Gruppierung, für die der Kapitalismus nicht das Ende geschichtlicher Entwicklung darstellt bzw. darstellen kann.

Wir sind grün, weil für uns selbstverständlich ist, dass der Kampf um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen auch in der Gewerkschafts- und ArbeitnehmerInnenpolitik eine wesentliche Rolle spielen muss. Entsprechend setzen wir uns auch in allen gewerkschaftlichen Gremien und in den Arbeiterkammern für eine umfassende Ökologisierung der Arbeitswelt und der Wirtschaft ein. Gleichzeitig steht für uns „grün“ bzw. „grün-alternativ“ auch für eine Idee, die Idee von sozialer Gerechtigkeit, von Umverteilung, Gleichstellung von Frauen und MigrantInnen usw.

Wir sind unabhängig, weil wir der festen Überzeugung sind, dass gewerkschaftliche Interessensvertretung
unabhängig von Parteien stattfinden muss, weil wir nur allzuoft erlebt haben, dass gewerkschaftliche Positionen parteipolitischen „Notwendigkeiten“ zum Opfer fallen. Gewerkschaftspolitik muss eigenständig und unabhängig erfolgen, ohne falsche Rücksichtnahme auf parteipolitische Interessen, um glaubhaft bleiben zu können.

Entsprechend gibt es bei uns auch klare Unvereinbarkeitsregelungen: wer ein gewichtiges öffentliches Amt (Regierungsmitglied, Abgeordneter zu einer gesetzgebenden Körperschaft usw.) für eine Partei ausübt, kann keine Funktionen für die AUGE/UG bekleiden.

Wir sind GewerkschafterInnen, weil die Gewerkschaft für uns selbstverständlich jene Organisation ist, in der sich ArbeitnehmerInnen zusammenschließen um ihre Interessen wirkungsvoll vertreten, organisieren und durchsetzen zu können. Ohne Gewerkschaftsbewegung, ohne „Kampforganisationen“ und soziale Kämpfe der ArbeitnehmerInnen wären sozial- und arbeitsrechtliche Errungenschaften nie durchgesetzt geworden. Wir sind daher selbstverständlich Teil der österreichischen Gewerkschaftsbewegung, auch wenn die „real existierenden“ Gewerkschaften und die „realexistierende“ Gewerkschaftspolitik nur bedingt unseren Ansprüchen an eine Gewerkschaftsbewegung gerecht wird.

Wir kämpfen daher in den Gewerkschaften im Verband der „Unabhängigen GewerkschafterInnen“, dem gemeinsamen Dachverband alternativer, unabhängiger und kritischer Gewerkschafts- und Betriebsratsgruppierungen für offene, demokratische und kämpferische Gewerkschaften. Zentrale Anliegen sind uns dabei:

* Die umfassende Demokratisierung der Gewerkschaften. Das beinhaltet die Direktwahl von Gewerkschaftsfunktionen und Gewerkschaftsgremien durch die Gewerkschaftsmitglieder und regelmäßige und verbindliche Urabstimmungen bzw. Mitgliederbefragungen zu gewerkschaftsrelevanten Fragen unter den Gewerkschaftsmitgliedern ebenso, wie die Öffnung der Gewerkschaften gegenüber sozialen Bewegungen und NGOs. MigrantInnen, Arbeitslosen und prekär Beschäftigten müssen in den Gewerkschaften Plattformen zur
Selbstorganisation geboten werden.

* Eine Neuorientierung der Frauenpolitik und Frauenvertretung in den Gewerkschaften

* Eine Neuausrichtung gewerkschaftlicher Politik, die neben der Aktivierung und Politisierung der Gewerkschaftsmitglieder vor allem eine Verabschiedung aus der sozialpartnerschaftlichen Stellvertretungspolitik
bedeutet. Gewerkschaften müssen ihr Selbstverständnis gegenüber Staat und Parteien neu definieren, autonomer agieren und ‚Gegenmacht’ zu negativen gesellschaftlichen Entwicklungen entwickeln. Gewerkschaften sollen vor allem auch den Raum und die Möglichkeiten für Projekte und Initiativen gegen Rassismus, Sexismus und Ausbeutung in Gesellschaft und am Arbeitsplatz bieten.”

H.Ragusch: Initiative für work@flex in Kärnten – Bitte um Unterstützung!

Januar 2, 2010 von Andreas Exner

Betriebsrat Horst Ragusch bemüht sich darum, die Anerkennung der work@flex-Gruppe der GPA in Kärnten zu erreichen.

Die Grüne/UG unterstützt dieses wichtige Anliegen und bittet um entsprechende Unterschriften im work@flex-Mitgliedsformular, das hier bereit steht. Als Unterstützer_innen/work@flex-Mitglieder gelten allerdings nur Gewerkschaftsmitglieder der GPA!

Das analoge Formular zur Mitgliedereintragung ist u.a. über andreas.exner ÄT chello.at erhältlich.

Die work@flex-Gruppe kümmert sich um atypisch Beschäftigte, sie ist, im Unterschied zu anderen Gewerkschaftsbereichen, partizipativ und als Netzwerk organisiert und vertritt einen emanzipatorischen gesellschaftspolitischen Anspruch. Eine Orientierung, für die auch die Grüne/UG eintritt.

Aus dem work@flex-Statement: “Hast du einen freien Dienstvertrag? Arbeitest du mit Werkverträgen? Hast du einen Gewerbeschein, aber keine eigenen Angestellten? Dann bist du bei work@flex genau richtig.”

Blinde Flecken – Grüne AG “Zinskritik” – Nachreichung: Attac-Broschüre zu rechter Ideologie im linken Umfeld

Januar 2, 2010 von Andreas Exner

Nachdem die Debatte um die AG Zinskritik der Kärntner Grünen einige Fragen zum Verhältnis von “links” und “rechts” aufgeworfen hat, sei hier auf eine Broschüre verwiesen, die wir vor Jahren im Rahmen von Attac Österreich mit Beiträgen von Anton Pelinka, Norbert Trenkle, Doron Rabinovici u.a. produziert haben.

Im Unterschied zu manchen bei den Kärntner Grünen war sich Attac der Problematik der “Zinskritik” und anderer Ideologeme der Globalisierungskritik sehr bewusst und hat rasch publizistische Gegenwehr organisiert.

Die Broschüre führt in die Funktionsweise, die Symbolik und die Kritik des Antisemitismus als einer klassischen Krisenideologie des Kapitalismus ein und diskutiert problematische, weil an den Antisemitismus anschlussfähige (und ökonomisch falsche) Arten von “Kapitalismuskritik” bzw. Globalisierungskritik.

Freier Download hier.

Link zu dem im Vorfeld der Broschüre von Attac organisierten Kongress hier.

Grüner Schuldenabbau ohne Sozialabbau?

Dezember 27, 2009 von Andreas Exner

Das Hypo-Debakel nutzen die Kärntner Grünen verständlicherweise, um sich selbst in Stellung zu bringen. Das BZÖ gehört weg aus der Landesregierung, das ist keine Frage. Ob die Grünen jedoch soviel menschenfreundlicher agieren würden, wären sie an der Regierung, sei dahingestellt.

Zweifel kommen, wenn man sich vor Augen führt, dass auch die Grünen – wie Neoliberale seit Jahr und Tag – vor allem den Schuldenabbau im Auge haben. Dass das ohne soziale Schäden vonstatten gehen kann, wird zwar behauptet. Nachvollziehbar ist dies aber nicht.

Ohne Verschuldung wäre der Kapitalismus – nicht nur in Kärnten – schon weit früher in die offene Krise geraten. Verschuldung und Krisen sind dem Kapitalismus, dem System aus Lohnarbeit, Markt, und Staat, eingebaut. Daran ist nicht “schlechtes Management” schuld (ganz abgesehen davon, dass das Management die Funktion hat, Menschen auszubeuten – was sollte dann ein “gutes Management” bitte sein?)

Dass sich Politiker_innen verschiedener Provinienz die eigenen Taschen füllen oder sinnlose “Prestigeprojekte” finanzieren, ist bedauerlich und zu kritisieren. Die Wurzel des Übels aber liegt darin nicht.

Deshalb werden auch die Grünen, sollten sie an die Landesregierung kommen, und ihre inhaltliche Ausrichtung nicht in Richtung Systemalternativen ändern, kaum wesentlich anders agieren (können): nämlich mit einer Politik des Schuldenabbaus – was sie ja bereits jetzt offen proklamieren.

Ein ausgeglichener Haushalt heißt in Zeiten der Krise freilich brutalster Sozialabbau. Dass die Grünen dazu fähig sind, sollte spätestens seit Hartz IV auch den Naivsten klar geworden sein. Und das war nur ein “Vorspiel” für das, was kommt, wenn eine Alternative zum Kapitalismus ausbleibt.

Solange die Grünen sich in Opposition befinden, ist diese Gefahr nicht sichtbar. Absehbar aber ist es schon lange. Warum in der Grünpartei kein Interesse an einem bedingungslosen Grundeinkommen besteht, das zumindest ein allererster, kleiner Schritt aus dem Lohnarbeitssystem wäre, erklärt sich durch den Opportunismus der Partei. Dass es kein sichtbares Interesse an einer Solidarischen Ökonomie gibt, zu der es (auch in Kärnten) Ansätze gibt, erklärt sich aus demselben Grund. Die vereinzelten Grünpolitiker_innen, die sich (auch in Kärnten) für solche Themen einsetzen, sind im Angesicht der “schweigenden Mehrheit”, der blind marktorientierten Fraktion in der Partei (noch) zu schwach, um wirklich Gehör zu finden oder sich durchzusetzen.

Eine Erklärung heißt freilich nicht, dass dies auch gut zu heißen ist.

Ganz im Gegenteil: Stimmenmaximierung ist für niemanden eine Entschuldigung. Schon gar nicht für die Grünen.

Die einzige Antwort auf die Verschuldungskatastrophe wäre ein Schuldenmoratorium, die ersparten Kosten müssen für den Ausbau einer kostenlosen sozialen Infrastruktur, die vor allem den arm gemachten Menschen zugute kommt, verwendet werden – sowie für eine Solidarische Ökonomie, die Schluss macht mit Lohnarbeit, Kommandostrukturen und einer verselbstständigten Politik im Dienst von Markt und Kapital.

Zins abschaffen? Kärntner Grüne ökonomisch alphabetisieren!

Dezember 27, 2009 von Andreas Exner

Die Zinskritik macht die Runde: reaktionär und falsch. Fast könnte man meinen, die Kärntner Grünen sind ein Spiegelbild der politischen Situation dieses Landes. Fast?

Landesvorstand Grüne pro rechter Ideologie?

Der erweiterte Landesvorstand hat laut Grüner Aussendung allen Ernstes den Antrag zur Einrichtung einer Arbeitsgruppe “Zur Abschaffung des Zinses” erhalten. Die Grünen in Kärnten bewerben das “1. Treffen der Arbeitsgruppe”.

Was die Nazis (glücklicherweise) nicht erreichten, will Grünkärnten leisten?

Wer glaubt, diess Frage sei Polemik, irrt. Die Idee von der Abschaffung des Zinses ist so rechts wie irgendwas. Sie war Kernbestand der “ökonomischen Ideologie” der Nazis. Zur Entschuldigung der Kärntner Grünen kann man lediglich ökonomische Unwissenheit und politische Unbedarftheit anführen. Ob das genügt?

Was (nicht nur) in Wiener Grünkreisen Kopfschütteln auslöst, trifft in Kärnten scheinbar auf reges Interesse: die Zinskritik. So heißt es in der Grünen Aussendung: “Nachdem die Bankkrise uns etwas klar gemacht hat, das immer der Bürger der Letzthaftende ist, erscheint es mir ein Gebot der Stunde, jenen Mechanismus Zins zu untersuchen, der die Banken Mächtig und Reich macht. Drei Aufgabengebiete erscheinen mir geeignet um den Zinsmechanismus zu durchleuchten: Nationalbank EZB, Banksicherstellung (Eigenkapital – Kredite zwischen Banken), Sparguthaben, Schulden – österreichweit (Inflationssteuerung). Ziel ist es, die Mechanismen so zu durchleuchten um ein Volksbegehren österreichweit einleiten zu können.”

Zinskritik

Die “Zinskritik” geht auf den Kaufmann Silvio Gesell zurück, der eine vermeintlich “natürliche Wirtschaftsordnung” auf Basis seiner “Freiwirtschaftslehre” begründen wollte. Gesell meinte, der Zins würde das “Überleben der Fittesten” gefährden und “leistungsloses Einkommen” darstellen. Außerdem sei er die Ursache für Krisen. Gesell war ein Sozialdarwinist und Antisemit. Wie auch die Nazis verkürzte er Kapitalismuskritik auf den Zins und identifizierte diesen mit “den Juden”. Nur weil Gesell den Nazis ausgesprochen ähnlich war, wurden die “Freiwirte” von den Nazis – als politische Konkurrenz – verfolgt. Tatsächlich lieferte Gesell dem Nazi-Chefideologen Gottfried Feder die ökonomische Inspiration, gegen die “Schuldknechtschaft” und den “Zins” zu argumentieren. Dass die Nazis den Zins ebensowenig abgeschafft haben wie die Kärntner Grünen das per Volksbegehren realisieren werden, steht auf einem anderen Blatt.

Dieses Blatt ist die ökonomische Realität des Kapitalismus: des Systems aus Lohnarbeit, Markt und Staat. In diesem System hat alles einen Preis. Auch das Geld, dessen Potenz, mehr Geld zu lukrieren, im Zins bezahlt wird. Wer Geld will und Zins nicht, hat vom Kapitalismus nichts verstanden.

Die heutigen Freiwirte sind politisch zumeist marktliberal orientiert, mit Verbindungen zum Keynesianismus, manche sind offen rechtsextrem. Unabhängig von ihrer ausgesprochenen politischen Orientierung ist die “Lehre” von der “Abschaffung des Zinses” jedoch offen für den Antisemitismus – zwar sind nicht alle Zinskritiker_innen antisemitisch, aber alle Antisemit_innen sind Zinskritiker_innen. Der Antisemitismus als klassische Krisenideologie des Kapitalismus (die Grüne/UG machte einen Workshop zu diesem Thema, zusammen mit Norbert Trenkle) wird an Virulenz gewinnen. Der Diskurs der “Zinskritik” bereitet ihm erneut den Boden (wie schon in der Zwischenkriegszeit zur Zeit der Großen Depression).

Der Zins ist schuld?

Heutige Freiwirt_innen, wie sie an den rechten Rändern der (Kärntner) Grünen zu finden sind, aber auch in Teilen der globalisierungskritischen Bewegung, argumentieren vor allem ökonomisch verquer. Sie meinen, dass die Übel des Kapitalismus auf den Zins zurückgehen: 1. Krisen, 2. Wachstumszwang, 3. Konkurrenz, 4. Reichtumsunterschiede. (Diese Position ist besonders kurios, wollte Gesell doch gerade das Wirtschaftswachstum fördern und auch die Konkurrenz. Gegen Reichtumsunterschiede hatte Gesell nichts, solange sie auf dem beruhten, was er unter “ehrlicher Leistung” verstand.)

Diese Fehlannahmen sind leicht zu widerlegen.

1. Krisen sind dem Kapitalismus (dem System aus Lohnarbeit, Markt und Staat), inhärent. Alle produzieren durch die Konkurrenz gezwungen auf Teufel komm raus – es bauen sich Überkapazitäten auf, was früher oder später zur Krise führt. Derselbe Mechanismus wirkt auf den Finanzmärkten, wo wiederkehrende, durch die Konkurrenz erzwungene Spekulationswellen in finanziellen Blasen resultieren – die ebenfalls früher oder später platzen. Entweder man will ein System der Verwertung von Arbeitskraft oder nicht.

2. Wachstum wird durch die Konkurrenz erzwungen. Ein Unternehmen oder eine Volkswirtschaft, die nicht wächst oder langsamer als die Konkurrenz, geht unter. Wachstum ist aber auch ein Drang, den der Markt bzw. das Geld verursacht. 101 Euro sind immer besser als 100 Euro. Aus 100 Euro 100 Euro machen, ist schlicht sinnlos. In der Geldwirtschaft geht es logischerweise primär um das Geldmachen. Und Geld macht nicht satt, weshalb der “Hunger” danach unersättlich ist. Entweder man will eine Geldwirtschaft anstelle direkter Kooperation oder nicht.

3. Die Konkurrenz gehört zum Markt wie das Amen zum Gebet. Entweder man will Markt oder man will ihn nicht. Auf dem Markt sprechen sich Menschen nicht darüber ab, was sie für wen wie produzieren wollen. Sie stehen daher in Konkurrenz zueinander.

4. Auch ohne Zins vergrößert sich die Reichtumsschere im Kapitalismus. Wer Profite macht (also Unternehmergewinn, Zins, Aktiendividende, Grundrente), akkumuliert sie – Profit wird ja zum allergrößten Teil nicht konsumiert, sondern wieder investiert. Wer keine Profite macht, sondern von Lohn oder Transferleistungen lebt, kann diese nicht akkumulieren. Diese Logik wirkt völlig unabhängig vom Zins und führt zu einer Vergrößerung der Reichtumsunterschiede. Wer reich ist, wird noch reicher.

Einige Links mit ausführlicheren Überlegungen zur “Zinskritik” und wirklichen Alternativen zum Kapitalismus hier:

Sackgasse Regionalwährung

Mythos Geld

Bye bye Zinskritik

Die Debatte um die Zinskritik ist in grünorientierten und fortschrittlichen Kreisen in der Regel bekannt. Dass sich die Kärntner Grünen mit derart basalen Themen offenbar noch nie auseinandergesetzt haben spricht nicht gerade für ihre ökonomische und politische Kompetenz. Aber was nicht ist, sollte ja noch werden. Ein Diskussionsanstoß ist gemacht.

Vom Autor erscheint im Frühjahr ein Beitrag zur Kritik der “Zinskritik” im Sammelband “Mythen der Krise”, herausgegeben vom renommierten und (teilweise) grün-nahen Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM).